Ausbildung

Die Schulung zum/zur betrieblichen Datenschutzbeauftragten umfasst

  • 2 Präsenztage (Datenschutzrecht, technischer Datenschutz)
  • Webinare (z.B. zur E-Mail-Verschlüsselung)
  • eine Hausaufgabe (siehe E-Learning-Briefe)
  • Erläuterung der Werkzeuge (USB-Stick, Online-Verfahrensverzeichnis, ...)
  • eine Erfa-Kreis-Teilnahme (Vortrag eines Referenten, Austausch)

Den Absolventen wird die erfolgreiche Teilnahme an der Ausbildung zum/zur betrieblichen Datenschutzbeauftragten bescheinigt.
Es wird erwartet, dass sie durch die weitere regelmäßige Teilnahme an Erfa-Kreisen und Webinaren ihre Kenntnisse ausbauen.

Inhaltlich maßgebend ist das Ulmer Urteil zur Fachkunde von Beauftragten für den Datenschutz:

Dort wird verlangt,
  • dass er/sie "die Vorschriften der Datenschutzgesetze ... und alle anderen den Datenschutz betreffenden Rechtsvorschriften anwenden" kann und
  • "Computerexperte/in" ist.
Erwartet werden ferner
  • "didaktische Fähigkeiten",
  • "psychologisches Einfühlungsvermögen",
  • "Organisationstalent",
  • die Befähigung, "mit Konflikten um Position, Funktion und Aufgabe in angemessener Art und Weise umgehen zu können".

Präsenztage

Die Inhalte der beiden Präsenztage setzen sich aus den unter Kursinhalte präsentierten Blöcken zusammen. Die Kursinhalte sind der Kanon der Schulung und werden nur nach sorgfältiger Überlegung geändert (redaktionelle Überarbeitungen finden dagegen laufend statt).

Die Gewichtung der Kursinhalte wird auf die Kursteilnehmer abgestimmt. Kursteilnehmer können sich anhand des Kanons der Kursinhalte vorbereiten und im Bedarfsfall weitere Themen anmelden.

An den Präsenztagen dienen die Kursinhalte als roter Faden. Sie werden an der realen Situation der Kursteilnehmer gespiegelt, deren Fragen und Rückfragen stehen im Zentrum.

Bei dem einen Präsenztag liegt der Schwerpunkt auf dem Datenschutzrecht, beim anderen auf dem technischen Datenschutz.

Webinare

Zwischen den Präsenztagen und danach werden die Teilnehmer zu Webinaren eingeladen.

Die Webinare beinhalten eine Audio-Konferenz und eine Präsentation des Bildschirms des Webinar-Leiters.
Im Bedarfsfall kann auch der Bildschirm eines Teilnehmers aufgeschaltet werden. Die Dauer der Webinare beträgt 30 - 45 Minuten.

In den Webinaren werden speziellere oder gerade aktuelle Datenschutzthemen behandelt.

Ein Webinar zu einem bestimmten Thema wird in der Regel an mehreren Terminen angeboten, um jedem Kursteilnehmer eine Teilnahme zu ermöglichen.

Zur Besprechung der Hausaufgaben (E-Learning-Briefe) werden spezielle Webinare angeboten.

Hausaufgaben

Ergänzend zu den Präsenztagen und dem Erfa-Kreis bearbeiten die Kursteilnehmer mindestens einen E-Learningbrief ihrer Wahl und schicken ihr Ergebnis dem Kursleiter. Die E-Learningbriefe werden laufend ergänzt oder ausgetauscht. Dabei werden alle Medien genutzt, es können auch Audio-Dateien sein.

Ein Teil der E-Learningbriefe stellt den Kursteilnehmern Aufgaben. Hierbei geht es im wesentlichen darum, eine geschilderte Sachlage so aufzubereiten, dass die datenschutzrechtlichen oder -technischen Knackpunkte deutlich werden (siehe Hinweise).

Solche Analysen sind ein wichtiges Element im Zusammenspiel zwischen den betrieblichen Datenschutzbeauftragten und der zuständigen Aufsicht. Es kann von betrieblichen Datenschutzbeauftragten nicht verlangt werden, dass sie sich in alle Tiefen des Rechts und der datenschutzrelevanten IT-Technik einarbeiten. Sie sollten aber imstande sein, präzise zu fragen.

Werkzeuge

Der Datenschutzstick, die Mitarbeiterschulung, das Verfahrensverzeichnis, die Risikoabschätzungstabelle und die Datenschutzerklärung sind Werkzeuge, mit denen die Beauftragten die an sie gerichteten Anforderungen bewältigen können.

Sie sind Schulungsbestandteil der Ausbildung zum betrieblichen Datenschutzbeauftragten.

Soweit Bedarf besteht, werden auch der Ehrenamtstick und der Home-Office-Stick und deren Anwendungsbereiche näher erläutert.

(Hinweis: Die verschiedenen USB-Stick-Varianten (Datenschutz-, Ehrenamt- und HomeOffice-Stick) werden vereinheitlicht. Stand: März 2012)

Erfahrungsaustausch (Erfa-Kreise)

Ergänzend zu den Präsenztagen, Webinaren und Hausaufgaben werden Erfa-Kreise (Erfahrungsaustauschkreise) angeboten. Dabei ist für den Vormittag ein Referent zu einem Fachthema geladen, am Nachmittag werden Datenschutzfragen der Teilnehmer besprochen.

Typischerweise nehmen an Erfa-Kreisen Personen teil, die die Aufgaben eines/einer betrieblichen Datenschutzbeauftragten übernommen haben oder die vorhaben, diese Aufgaben zu übernehmen.

Auch andere Personen sind willkommen. Ihnen wird mit dem Erfa-Kreis ein Forum geboten, wo sie Fragen zum Datenschutz vorbringen und klären können.


Online-Test

Zur Verfestigung der Kursinhalte ist geplant, eine noch festzulegende Anzahl von Fragen zum Datenschutz und deren Antworten in einem Fragen-Antworten-Pool  zu sammeln und als Webanwendung bereitzustellen.

Der Fragen-Antworten-Pool kann beliebig oft aufgerufen werden. Wird die Mindest-Quote an richtigen Antworten erreicht, kann eine Bestätigungs-E-Mail abgeschickt werden. Inwieweit eine solche Bestätigungs-E-Mail ausbildungsrelevant ist, ist noch offen (März 2012).

Ein (kleines) Beispiel dafür stellt der Test in der Online-Mitarbeiterschulung dar.

Kursleitung

Kurse zur Ausbildung zum/zur betrieblichen Datenschutzbeauftragten werden vom Datenschutzbeauftragten der Evangelischen Landeskirche und Diakonie Württemberg durchgeführt.

Dieser kann ganz oder teilweise auch kundige Personen damit beauftragen, auf der Basis der im Orientierungsplan präsentierten Konzeption von Kursinhalten, Präsenztagen, Webinaren, Hausaufgaben und Erfa-Kreisen Kurse durchzuführen.

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